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Umweltpreis der Stadt Stuttgart 1998
Die Fa. Elektro Gühring wurde 1928 von Richard Gühring gegründet.
In ihrer heutigen Rechtsform existiert sie seit 1987. Sie beschäftigt
9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das Engagement im Umweltschutz ist für uns keine Angelegenheit,
die als einmalige - vielleicht preiswürdige Aktion stattfindet, sondern
dauernde Aufgabe unseres handwerklichen und geschäftlichen Handelns.
Als ersten Schritt sehen wir die nachfolgend kurz dargestellten
Aktivitäten unserer Firma und ihrer Mitarbeiter. Wir ordnen diese Aktivitäten
- vielleicht etwas ungewöhnlich - in die Bereiche
· Strom sparen
· Strom erzeugen
· Strom verteilen
Wichtig für ein ganzheitliches Engagement hat sich jedoch auch
die Kooperation mit anderen engagierten Handwerkern herausgestellt. In der
Konsequenz wurde die Gemeinschaft " 3plus ", ein Zusammenschluss der
Holzmanufaktur, Maler Hoffmann und Elektro Gühring, gegründet. Ziel
ist es, dem Kunden ökologisch orientierte Handwerksleistung aus einer Hand
zu bieten.
Strom sparen
Der erste einfachste Schritt zum umweltbewussten Umgang mit Strom
beginnt beim Kauf von Elektrogeräten. Innerhalb der Firma werden deshalb,
wo dies sinnvoll ist, alle Beleuchtungen mit energiesparenden Entladungslampen
eingesetzt. Für unsere Kunden liegt in unserem Ladengeschäft als
Grundlage der Beratung die Broschüre "Energiesparende Haushaltsgeräte"
aus. Sie erläutert umfassender als die jetzt vorgeschriebene Kennzeichnung
der Energieeffizienzklassen den zukünftigen Energieverbrauch der Elektrogeräte.
Als öffentliches Engagement wurden in der ev. Johannes - Kirche in
Stammheim die bisherigen Glühlampen durch Energiesparlampen ausgetauscht.
Diese vorab kleine Aktivität wurde 1995 auf einer Tagung der Akademie Bad
Boll "Die Kirchen und die Gestaltung der Region Stuttgart - Ökologischer
Umbau und Bewahrung der Schöpfung" von Rolf Gühring vorgestellt
und gemeinsam mit den Umweltschutzbeauftragten und später Terres des Hommes
zu einer Austausch- Aktion für Stuttgarter Kirchen.
Strom erzeugen
Die Fa. Elektro Gühring war der
erste Stuttgarter Installationsbetrieb, der Photovoltaik (Strom aus Sonnenlicht)
nutzte. Bereits im Jahr 1986 wurde das erste Solarmodul verarbeitet. Auf unserem
Werkstattdach befindet sich heute ebenfalls eine Photovoltaikanlage, die nicht
nur für uns Strom erzeugt, sondern auch für die öffentliche
Solartankstelle, an der Elektroautos kostenlos tanken können. Im
Stuttgarter Norden ist dies "die letzte Solartankstelle vor der Autobahn"
Für die Aus- und Weiterbildung unserer Berufskollegen wurden von
uns für das Elektro - Technologie - Zentrum (etz), dem überbetrieblichen
Ausbildungszentrum verschiedener Innungen der Region Stuttgart eine
Schulungsanlage und verschiedene Laborplätze entwickelt. Diese "erste
Photovoltaikanlage mit integrierter Messtechnik und Fehlersimulation" wurde
im September vom damaligen Wirtschaftsminister Dr. Spöri in Betrieb
genommen. Rolf Gühring unterrichtet heute den Fachteil Photovoltaik für
die Ausbildung zum "Solarteur", Gebäude-Energie-Berater und zum
Energieberater im Handwerk.
Strom verteilen
Schon vor
dem Brand auf dem Düsseldorfer Flughafen setzten wir halogenfreies
Leitungs- und Installationsmaterial ein. Ist es bei den öffentlichen Bauten
die Angst vor Brandschäden, so betrachten wir die Substitution von PVC
durch geeignete, weniger umweltbelastende Kunststoffe als Hauptziel.
Als zweiter Aspekt umweltschonender Stromverteilung steht der Schutz
des Menschen, vor allem des schlafenden oder ruhenden, vor elektromagnetischen
Feldern. Zwar ist deren Schädlichkeit, bzw. sind die Grenzwerte der Schädlichkeit,
umstritten, doch bauen wir Häuser und Wohnungen, die auch noch existieren,
wenn deren Schädlichkeit anders betrachtet wird als heute (vgl. Asbest in
Speicherheizungen). Wir installieren deshalb Netzfreischalter und abgeschirmte
Leitungen.
Ausblick
So betrachten wir unser umweltpolitisches Engagement nicht als
Einmalaktion, sondern als einen Prozess der Entwicklung
· innerhalb der Firma
· bei unseren Kunden
· im Berufsstand
· in der kirchlichen und politischen Öffentlichkeit.
Eine Entwicklung, die zum Ziel hat Umweltschutz nicht als etwas
besonderes, sondern als selbstverständlichen Teil unserer handwerklichen
Arbeit und geschäftlichen Aktivitäten zu sehen.
Rolf Gühring Stuttgart Februar 1998
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